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Ansprechpartner

Thorsten Lang
(Beauftragter für den Katastrophenschutz)

 Tel: (06341) 9291-0
E-Mail

Am alten Güterbahnhof 5
76829 Landau

Schnelleinsatzgruppen

" ... Zugunfall, Großbrand, Evakuierungen, Hochwasser, Massenfall erkrankter oder verletzter Personen,..." 

 

Was sind Schnelleinsatzgruppen?      

Unter einer Schnelleinsatzgruppe - abgekürzt SEG - versteht man eine Gruppe aus medizinisch und/oder technisch ausgebildeten Einsatzkräften. Diese Gruppen unterstützen den Rettungsdienst bei größeren Schadensfällen und bei einem Massenanfall von Verletzten.
Die Notwendigkeit zur Bildung von Schnelleinsatzgruppen ergab sich aus der Struktur des Rettungsdienstes.
Der Rettungsdienst ist primär auf Individualnotfälle ausgerichtet, bei größeren Schadensfällen ist bis in die frühen 90er Jahre oftmals eine Versorgungslücke aufgetreten, da Einheiten des Katastrophenschutzes für die Rettungsdienstunterstützung zu groß und zu träge waren. Ab ca. 1988 wurden in Deutschland daher oftmals aus den Katastrophenschutzverbänden kleine flexible Einheiten gebildet, welche in der Lage sind, den Rettungsdienst Tag und Nacht schnell und effektiv zu unterstützen.

Von einer Schnelleinsatzgruppe spricht man, wenn folgende Merkmale weitgehend erfüllt sind:

  • in Gruppenstärke taktisch organisiert,
  • mit eigens dafür bereitgestellten Fahrzeugen und entsprechendem Material
  • in der Lage, sowohl medizinische als auch technische und organisatorische Maßnahmen in größerem Maß durchzuführen,
  • schnell mit Funkmeldeempfängern oder ähnlichem alarmierbar (5 bis 20 Minuten),
  • der Rettungsleitstelle bekannt und im Alarm- und Einsatzplan (RAEP Gesundheit) fest berücksichtigt  
    und
  • zur Rettungsdienstunterstützung vorgesehen.

Aufbau der Schnelleinsatzgruppe Landau

Vor der Gründung der SEG-Landau-SÜW gab es beim DRK Landau einen Katastrophenschutzzug, der dem Bund direkt unterstellt war. Im Zuge der Neuordnung des Katastrophenschutzes wurde die SEG gegründet.
Damit die Stadt Landau und der Kreis SÜW nur eine SEG gründen mussten, wurde ein Kooperationsvertrag SEG zwischen Stadt Landau, Kreis SÜW, DRK Landau, DRK SÜW, THW und Feuerwehr geschlossen.

Die gemeinsame SEG Landau – Südliche Weinstraße besteht somit aus Einheiten des DRK Landau Stadt, des DRK Südliche Weinstraße, des THW, der Feuerwehr Landau Stadt und den Feuerwehren aus dem Landkreis Südliche Weinstraße.
Es werden je nach Struktur und übernommenen Aufgaben verschiedene Arten von SEG-Einheiten unterschieden:

  • SEG Sanitätsdienst (SEG-S) 
    Einheit des erweiterten Rettungsdienstes, in der Regel aus ehrenamtlichen Kräften gebildet. Zur  Versorgung von  schwerverletzten / verletzten Betroffenen. 
    Die Einheit besteht aus 1 Gruppenführer, 1 Arzt und 10 Helfern.

  • SEG Betreuungsdienst (SEG-B)
    Betreuung und Versorgung von unverletzten bzw. leichtverletzten Betroffenen eines Unglücks und   schnelle Bereitstellung von  Unterkünften und Verpflegung. 
    Die Einheit besteht aus 1 Gruppenführer, 1 Truppführer und 10 Helfern.

  • SEG Zugführung
    Leitung und Organisation der Gruppen. Unterstützt den Leitenden Notarzt (LNA) und den Organisatorischen Leiter (OrgL.)  technisch und personell bei der Einsatzleitung.
    Die Zugführung besteht aus 1 Zugführer, 1 Zugtruppführer und  1 Führungsgehilfen.

Damit eine ständige Einsatzbereitschaft je einer Gruppe SEG-S, SEG-B und SEG-ZF gewährleistet ist wird die SEG personell und Materiell doppelt besetzt vorgehalten.

Konkret sieht die personelle Verteilung der Einheiten wie folgt aus:

  • SEG-Zugführung (je 1 DRK Landau und DRK SÜW)
  • SEG-S (1 DRK Landau, ½ DRK Annweiler, ½ DRK Bad Bergzabern)
  • SEG-B (je 1 DRK Edenkoben und Landau)

Die SEG-Einheiten müssen den kompletten Bereich der Stadt Landau und den Landkreis SÜW abdecken und benachbarte Landkreise unterstützen können.

Versorgungskapazität

Eine Einsatzeinheit (SEG-Zugführung, SEG-S und SEG-B) kann zeitgleich nachfolgende Versorgungskapazitäten sicherstellen:

15 erst zu versorgende Verletzte/Erkrankte durch die SEG-S. Dabei ist davon auszugehen, dass nach allgemein gültigen Zahlen

  • 40% (~6) der Patienten vital gefährdet
  • 20% (~3) schwerverletzt, jedoch ohne vitale Bedrohung und
  • 40% (~6) leichtverletzt, betroffen oder psychisch traumatisiert sind.

50 zu betreuende, unterzubringende und zu versorgende Betroffene durch die SEG-B. Diese Zahl orientiert sich an der festgelegten Ausstattung, welche es ermöglicht, die Betroffenen entsprechend zu betreuen.

Alle genannten Zahlen stellen Richtwerte dar.